Wie gut die Zustellbarkeit einer E-Mail ist, hängt stark ab davon, wie gut die Reputation des Versenders ist. Vertrauen schaffen DMARC und das damit verbundene Domain Alignment. Damit können Brands sicherstellen, dass ihre Identität nicht missbraucht wird und so ihre Markenreputation schützen.

Die E-Mail ist nach wie vor ein beliebtes Medium für die Bösewichte im Netz: Spam, Phishing, Man in the Middle Attacken, Spoofing, die Liste der ausgefeilten Methoden ist lang. Dabei nutzen Cyberkriminelle natürlich nicht ihre eigene Identität als Absender. Gerne bedienen sie sich bei renommierten Unternehmen und Marken – oft bei Banken, Payment-Diensten, Online-Shops oder Zustellfirmen. Grundsätzlich kann es aber jede Marke treffen.

Die Vielzahl an Fallen und Fallstricken macht misstrauisch. So misstrauisch, dass viele Internet Service Provider (ISPs) eine Mail genau prüfen, bevor sie diese an ihre Kunden, die Mailempfänger, weiterleiten. Insbesondere kleinere ISPs gehen sogar so weit, zunächst einmal alle eingehenden Mails abzuweisen und einen Bounce-Code zurückzugeben – darauf hoffend, dass seriöse Versender einen zweiten Zustellversuch starten (Greylisting). Andere ISPs verlangen Authentifizierungsmaßnahmen der Mailversender oder die Zertifizierung der Mailversender auf einer Whitelist (zum Beispiel bei der Certified Senders Alliance CSA), um E-Mails zuzustellen.

So schaffen Versender „Computational Trust“

Das Problem müssen Brands lösen, wenn ihre Mails auch den Adressaten erreichen sollen. Der große Türöffner bei den ISPs ist Vertrauen. Stufen ISPs einen Mailversender als vertrauenswürdig ein, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass die Mail auch im Posteingang zugestellt wird. Dieses Vertrauen, das Tobias Herkula, Manager Anti Spam Research Team bei Cyren, als „Computational Trust“ bezeichnet, muss man sich aber erst einmal verdienen. Und hier kommt das sogenannte Domain Alignment ins Spiel. Domain Alignment bedeutet, dass die in SPF (Sender Policy Framework) und DKIM (DomainKeys Identified Mail) verwendeten Domains zumindest teilweise mit der From Adresse der Mail übereinstimmen müssen.

SPF und DKIM sind gängige Spezifikationen zur Mail Authentifizierung und die From-Adresse ist die Mailadresse, die dem Empfänger der Mail als Absenderadresse angezeigt wird. Einfach gesagt, bei einem klassischen Papierbrief würden die Absenderadresse auf dem Umschlag, der Absender auf dem Brief, als auch die Unterschrift unter dem Brief übereinstimmen. Eigentlich ist das selbstverständlich, oder würden Sie einem Brief vertrauen, bei dem auf Umschlag und Brief unterschiedliche Adressen angegeben sind? 

Ganz so einfach ist es bei E-Mails allerdings nicht, denn viele Marketeers greifen bei ihren Mailings auf externe Dienstleister, die E-Mail-Service-Provider (ESP) zurück. Und spätestens dann stimmen die From-Adresse im Header der Mail und die physikalische Adresse nicht mehr überein und das Domain Alignment ist nicht mehr gegeben. In einem solchen Fall rät die CSA dazu, als Domaininhaber eine Subdomain für den Versand über einen ESP zu verwenden, für den es dann einfacher ist, das Alignment einzurichten und sicher zu stellen. Ist dieses Domain Alignment gegeben, bringt das allein schon einen gewissen Vertrauensvorschuss bei den ISPs.

Domain Alignment ist aber auch zwingende Voraussetzung für die Implementierung von DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance), einem weiteren Authentifizierungsverfahren, das von vielen großen ISPs wie beispielsweise AOL, Microsoft oder Google unterstützt wird. DMARC basiert auf den gängigen Spezifikationen SPF und DKIM und macht Mails damit für ISPs klar identifizierbar. Zusätzlich kann der Versender (die Marke) festlegen, wie der ISP Mails handhaben soll, die nur scheinbar von ihm stammen.

DMARC und Domain Alignment: Fazit

Für Marketeers im E-Mail-Marketing ist eine gute Reputation und damit Vertrauenswürdigkeit enorm wichtig, denn sie hat direkten Einfluss auf die Zustellbarkeit von E-Mails. Durch die Implementierung von DMARC und das damit verbundene Domain Alignment können Brands sicherstellen, dass ihre Identität nicht missbraucht wird und damit großer Schaden an der Markenreputation entsteht. Marketeers im Bereich E-Mail-Marketing sollten daher das Thema DMARC mit ihrem E-Mail Service Provider besprechen. Nähere Informationen zu DMARC und Domain Alignment gibt es auch bei der Certified Senders Alliance.

Über den Autor: Sebastian Kluth ist Technical Lead der Certified Senders Alliance (CSA) und in Hamburg ansässiger Experte rund um die Themen des E-Mail Marketings.

Bildnachweis Titelgrafik: Zaniman / Shutterstock

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